Hans Münch
Aanjar
ca. 50km östlich von Beirut gelegen, stellt in jeder Hinsicht eine kulturhistorische Besonderheit dar.
Anders als andere antike Stätten des Libanon, wo stets verschiedene Epochen und Bewohner unterschiedlichster Provenienzen ihre Spuren hinterließen, stammt Aanjar einzig aus der Zeit der Umaiyaden, der ersten Dynastie eines frühislamischen Adelsgeschlechts.
Einige Chroniken und Schriften belegen, dass die Stadt zwischen 705 und 715 von Kalif Walid I erbaut wurde. Somit ist Aanjar der jüngste der vielen archäologisch bedeutsamen Orte im Libanon. Im Gegensatz zu Tyrus und Byblos, seit ihrer Gründung vor Jahrtausenden bis heute kontinuierlich bewohnt, florierte Aanjar nur wenige Jahrzehnte – bereits 744 wurde die Stadt in Kämpfen um die Kalifennachfolge zerstört.
Einzigartig ist auch die Lage Aanjars als im Inland liegendes Handelszentrum:
Zur Blütezeit der Stadt kreuzten hier die wichtigen Handelswege nach Damaskus, Homs, Baalbeck und in den Süden.
Ins Auge fallend ist die ganz eigene, besondere Schönheit von Aanjar.
Die zierliche Bauweise unterscheidet sich grundlegend von jenen der übrigen historischen Stätten. Mit seinen schlanken Säulen und filigranen Bögen zeichnet sich Aanjar kontrastreich vor dem wuchtigen Massiv des Anti-Libanon ab.
Seit 1984 stehen die Ruinen von Aanjar als Welterbe unter dem Schutz der UNESCO.
Nach einem Besuch der zierlichen Ruinen von Aanjar sollte man unbedingt eines der vielen Fischrestaurants der Umgebung aufsuchen.
In einzigartigem Ambiente kann man hier fangfrische Forellen und exquisite Mezze genießen – für akustische Untermalung sorgen die Wasserkaskaden aus den Bergen sowie ein vielstimmiger Frosch-Chor.
